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Coca-Cola - Lebe die Zukunft
Nachhaltigkeitsbericht 2009

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 Alles im FlussWasser

Nachhaltige Effizienz: Coca-Cola senkt Wasserverbrauch
Inhalt

Alles im Fluss – effiziente Wassernutzung am Coca-Cola Standort Weimar

ECA-Anlage

Betriebsleiter Dietmar Dörner und Umweltkoordinatorin Birgit Hildebrandt vor Teilen der ECA-Anlage in Weimar

Das Geheimnis liegt in diesem unscheinbaren kleinen Kasten. Umweltkoordinatorin Birgit Hildebrandt und Betriebsleiter Dietmar Dörner zeigen auf die kleine Anlage im ehemaligen Lager des Coca-Cola Werkes Weimar. In diesem Kasten verbirgt sich ein Generator mit kleinen Elektroden und einer Membran, die das Herzstück für das Reinigungssystem der riesigen Behälter im benachbarten Sirupraum bilden. Dort werden in gewaltigen Tanks Wasser, Zucker und Konzentrat für die Herstellung des Getränks Coca-Cola zusammengeführt.

Durch den Generator fließen mit Salz versetztes Wasser und elektrischer Strom. Nach der elektrochemischen Reaktion darin trennt die Membran das Wasser nach pH-Werten. Das abgeleitete chlorhaltige Wasser mit seinem niedrigen pH-Wert kommt dann wegen seiner stark desinfizierenden Wirkung bei der Reinigung der leeren Siruptanks und Füllanlagen zum Einsatz. So fällt der übermäßige Einsatz der üblichen chemischen Reinigungsmittel weg, und es gibt noch einen weiteren großen Vorteil: Es lässt sich kalt verwenden, und das spart jede Menge Heizenergie.

Damit sind die Zeiten vorbei, als riesige Heizkessel die Wärme für die Heißreinigung produzierten. Es ist auch längst nicht mehr so viel Wasser nötig, um mögliche Rückstände des Reinigungsmittels zu entfernen. „Früher haben wir täglich mit Natronlauge gereinigt und dabei Unmengen Wasser zum Spülen verbraucht“, erklärt Dietmar Dörner. „Heute reichen Strom, Wasser, Salz und ein Generator, um durch Elektrolyse das säurehaltige Reinigungswasser herzustellen.“ Es wird gezielt unter Druck auf die Tankflächen gespritzt, damit sich die Rückstände des Sirups lösen.

ECA-Anlage

Herzstück der ECA-Anlage - vereinfachte Darstellung der geteilten Zelle.
* wird gezielt abgeleitet oder thermisch/katalytisch vernichtet.

Das klingt jetzt vielleicht nicht so aufregend, aber der Nutzen ist gewaltig. Wir schonen die Umwelt, sparen Heizenergie, Chemikalien und brauchen nur noch halb so viel Zeit zum Reinigen der Tanks, fügt Birgit Hildebrandt hinzu. Sie findet sich in dem Gewirr aus ISO-Normen, Zertifizierungen, Kennzahlen und rechtlichen Rahmenbedingungen am besten zurecht. Deshalb erinnert sie sich auch sehr gut an den Prozess, bis diese so genannte ECA-Anlage „ans Netz“ gehen konnte. Wir stellen Lebensmittel her und haben dadurch eine enorme Verantwortung. Es gab eine lange Testphase, und unser internes Qualitätssicherungssystem hat die Anlage auf Herz und Nieren geprüft. Zusätzlich haben wir externe Labore und Institute mit Kontrollen und Tests beauftragt. Im Sommer 2008 konnte die Anlage schließlich ihren Betrieb aufnehmen, erzählt sie. Mittlerweile waren auch schon Kollegen aus Norwegen und Italien in Weimar und haben sich genau nach Funktionsweise und Nutzen der Anlage erkundigt.

Komponente der ECA-Anlage

Eine Komponente der ECA-Anlage in Weimar (FuMA-Tech GmbH)

Für uns ist die Einführung der ECA-Anlage die logische Fortsetzung unserer jahrelangen Bemühungen, Wasser zu sparen und damit die Umwelt zu schonen. Sie ist nur ein kleiner Baustein im System unseres Wassermanagements neben anderen Maßnahmen, z.B. bei der Wasseraufbereitung und Flaschenreinigung, erklärt Birgit Hildebrandt.

Dann geht sie weiter zur „Waschmaschine“ für die Mehrweg-Flaschen. Diese Anlage verzeichnet den höchsten Wasserverbrauch im Betrieb: Vorspritzen, Laugenbäder, Spülen, Endreinigung – pro Stunde durchlaufen bis zu 30.000 Flaschen die Anlage, das Wasser fließt in Strömen. Deshalb drosselt schon seit zehn Jahren ein spezielles Recyclingsystem den enormen Verbrauch. Für die Reinigung der Flaschen kommt aufbereitetes Wasser zum Einsatz. Regelmäßig erfolgen mikrobiologische Untersuchungen, damit die Qualität stimmt und ausschließlich saubere Flaschen in Umlauf sind.

Jährliche Einsparungen

Abschließend wirft Birgit Hildebrandt noch einen Blick in ein Nebengebäude des Produktionsbetriebes. Hier befindet sich die Wasseraufbereitung. Sie deutet auf die großen Behälter. Hier werden die möglichen organischen Bestandteile des Wassers entfernt. Erst nach der gründlichen Reinigung mit Hilfe von Aktivkohlefiltern geht das Wasser in den Produktionskreislauf. Spülwasser, das hier den Großteil des Verbrauchs ausmacht, wird aufgefangen, gereinigt und erneut genutzt. Das Wasser-Recycling und die Nutzung alternativer Technologien wie der ECA-Anlage machen uns zu Vorreitern in Sachen Wasserverbrauch – und zu Recht sehr stolz, ergänzt Birgit Hildebrandt und beendet den Rundgang.

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Martin Geiger, Leiter Süßwasser WWF Deutschland, über gemeinsame Wasserprojekte.

Unternehmen sollten weltweit verantwortungsvoll mit der Ressource Wasser umgehen. Die Partnerschaft zwischen Coca-Cola und dem WWF adressiert den Schutz unserer Süßwasserressourcen. Sie beinhaltet gemeinsame Projekte wie die Verbesserung der Wassereffizienz in der Produktion, Naturschutz in sieben weltweit bedeutenden Flussgebieten und die Minimierung der Auswirkungen der landwirtschaftlichen Lieferkette von Coca-Cola Produkten auf die Ressource Wasser, beginnend mit dem Anbau von Zuckerrübe und Zuckerrohr. Coca-Cola und WWF unterstützen gemeinsam die Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Erforschung speziell des Wasser-Fußabdrucks eines Produktes. Der Wasser-Fußabdruck setzt sich aus dem gesamten Wasser zusammen, das direkt oder indirekt benötigt wird, um ein Produkt herzustellen. Erst das Verständnis des Wasser-Fußabdrucks der Getränke stellt sicher, dass Maßnahmen für Verbesserungen effektiv und zeitnah getroffen werden können.

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Verantwortlicher Umgang mit der Ressource Wasser

Harald Steinke, Leiter des Umweltbereichs der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG, über das Wassermanagement und das Wassersparprogramm von Coca-Cola.

Harald Steinke

Harald Steinke, Leiter des Umweltbereichs der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG

Was zeichnet das WWF-Wassersparprogramm von Coca-Cola aus?
Durch das Programm, das wir gemeinsam mit dem WWF entwickelt haben, wird jeder Produktionsstandort in die Lage versetzt, eigenverantwortlich Wassermanagement zu betreiben. Das Programm analysiert den Wasserverbrauch, zeigt Verbesserungspotenzial auf und gibt dazu konkrete Beispiele aus anderen Coca-Cola Standorten. Als zusätzlichen Anreiz priorisiert es mögliche Maßnahmen und rechnet das Einsparpotenzial in Kostenersparnisse um. Das lokale Management entscheidet dann, welche Maßnahmen den größten Erfolg versprechen.

Aber an der Wasserqualität in den Produkten wird nicht gespart, oder?
Nein, natürlich nicht! Produktqualität ist unser wichtigstes Gut! Das Wasser für unsere Produkte wird an allen Standorten – übrigens weltweit – laufend strengstens untersucht und genügt den höchsten Ansprüchen. Hier sind wir zu keinen Kompromissen bereit.

Das Programm wurde auf europäischer Ebene entwickelt. Wie einfach lässt es sich auf Deutschland übertragen?
So ein Programm kann Strukturen schaffen, aber wir möchten nicht einfach Maßnahmen von A nach B übertragen. Jedes Land und jeder Standort hat andere Rahmenbedingungen, und ein Unternehmen muss sein Handeln danach ausrichten. Neben den technischen Anlagen liegt der Schlüssel zum Erfolg in erster Linie bei den Menschen, denn sie müssen diese Dinge tagtäglich umsetzen. Die Umweltkoordinatoren an den Standorten tragen mit ihrem Engagement dazu bei, Verbesserungen nachhaltig zu realisieren.

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