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Alle im Einsatz – Aktionswoche Nachhaltigkeit bei Coca-Cola
Mitarbeiter packen mit an, hier im Einsatz für den NABU in Herten.
Es ist Donnerstag, der 27.8.2009, der Berliner Revierförster Frank Mosch stöhnt unter der Mittagshitze. Er zählt die Arbeitsgeräte, legt einen Stapel Mülltüten bereit und überprüft zum x-ten Mal seinen Einsatzplan. Dann biegt auch schon der Bus um die Ecke.
Er bringt die zweite Hälfte der 95 Mitarbeiter aus den Zentralen der Coca-Cola GmbH und Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG in den Tegeler Forst. Sie sollen die erste Schicht ablösen und heute kräftig mit anpacken, um den Wald von Müll und Unkraut zu befreien. Insgesamt 204 „Büroarbeiter“ haben dieses Jahr auf ihr Sommerfest verzichtet und sich stattdessen für den freiwilligen Arbeitseinsatz im Wald entschieden, neben dem Tegeler Forst noch in den Wäldern von Berlin-Hermsdorf und Stolpe. So erleben sie ganz direkt, was Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmen bedeutet. Zugleich lernen sie sich von einer anderen Seite kennen und erfahren mehr über die Berliner Wälder.
„Tolle Sache“, findet Frank Mosch. „Über Verantwortung für die Umwelt reden, ist leicht. Aber erst wenn es konkret wird, ergibt so ein Engagement auch Sinn. Abgesehen davon können wir Hilfe gut gebrauchen.“ Vor allem für das Einsammeln von Müll. Denn der bereitet dem Revierförster und seinen elf Kollegen, die mit ihm für die naturnahe Pflege des 700 Hektar (= sieben Millionen Quadratmeter) großen Erholungswaldes zuständig sind, große Sorge. Er verschmutzt das Grundwasser, und Wildtiere können sich daran verletzen.
Coca-Cola Aktionswoche Nachhaltigkeit: Mitarbeiter beim Einsatz im Wald
Frank Mosch weist die Großstädter kurz ein und teilt sie dann in zehn Gruppen auf. Einen Trupp schickt er auf Fahrrädern in den Forst, um Hinweisschilder und Tafeln von Graffitis zu befreien. Eine andere Gruppe beauftragt er damit, im Wald, am See und auf der Försterwiese Müll zu sammeln. „Ich habe nicht schlecht gestaunt – ganze sechs Kubikmeter Unrat kamen am Ende zusammen“, erzählt Mosch. Am schwersten hatten es jedoch diejenigen, die ein Waldstück von hartnäckigen Essigsträuchern befreiten. Die Gewächse rauben den heimischen Pflanzen und Sträuchern Lebensraum und müssen regelmäßig entfernt werden. Kein leichter Job bei hochsommerlichen Temperaturen. Doch Frank Mosch hatte vorgesorgt und gleich zu Beginn des Arbeitseinsatzes allen freiwilligen Helfern eine Verpflegungstüte in die Hand gedrückt. Nach zwei Stunden wechselten sich die Gruppen ab – Schilder putzen als Erholung vom Roden.
Schilder putzen statt Sommerfest. Coca-Cola Mitarbeiter engagieren sich im Tegeler Forst.
Am Ende des Einsatzes war der Revierförster sichtlich zufrieden. Über 470 Arbeitsstunden absolvierten die Mitarbeiter von Coca-Cola. Er lobte die Aktivisten, die sich selbst von unerwarteten Zwischenfällen nicht aufhalten ließen. „Trotz Hornissenstichen, dem Verlaufen einer Gruppe und einer alten Handgranate, die beim Müllsammeln zum Vorschein kam, hat niemand das Handtuch geworfen. Wenn die Mitarbeiter von Coca-Cola nächstes Jahr wiederkommen wollen, sind sie herzlich willkommen. Zur Sicherheit bekommen sie dann von mir aber einen Kompass – dann verläuft sich auch keiner mehr“, meint der Revierförster und lächelt.
Die Aktion der Berliner Hauptverwaltungen von Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG und Coca-Cola GmbH wurde in Kooperation mit Gute-Tat.de organisiert und diente als Auftakt für die Aktionswoche Nachhaltigkeit, die im September 2009 in ganz Deutschland stattfand. An dieser beteiligten sich weitere 312 Mitarbeiter der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG; sie engagierten sich in 30 verschiedenen Projekten.
Herbert Beste, der Vorstandsvorsitzende des NABU in Herten, über den Einsatz von Coca-Cola Mitarbeitern.
Der NABU Herten hat das Engagement der Coca-Cola Mitarbeiter sehr positiv aufgefasst und sich über das Angebot zur Mithilfe außerordentlich gefreut. Alle haben an diesem Tag richtig malocht. Die Pflege der Streuobstwiese war keine leichte Aufgabe, denn für das Schneiden der Wiese und die Beseitigung des Wiesenschnittes braucht man Kraft. Und das Bienenhaus, welches die Coca-Cola Mitarbeiter gebaut haben, ist richtig schön geworden. Einige tausend Bienen werden im Laufe der Zeit in dieses Bienenhaus einziehen. Es steht jetzt für Generationen von Bienen auf der Streuobstwiese und ist damit das beste Beispiel für Nachhaltigkeit.
Gern im Einsatz
Während der Aktionswoche Nachhaltigkeit von Coca-Cola in Deutschland packten 42 Mitarbeiter der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG im Verkaufsgebiet Südbayern insgesamt 52 Tage in verschiedenen sozialen Einrichtungen kräftig mit an. Zu ihnen gehörte Rudolf Brücklmeier, Teamleiter Regionales Marketing, der das Projekt „Regensburger Werkstätten“ mit Maurerarbeiten und handwerklichen Tätigkeiten unterstützte.
Rudolf Brücklmeier, Teamleiter Regionales Marketing bei der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG
Herr Brücklmeier, welche Erfahrungen nehmen Sie aus diesem Erlebnis mit?
Ich habe mich sehr über den Erfolg gefreut, den wir mit dieser Aktion erreicht haben. Es ist ein schönes Gefühl, anderen zu helfen. So ein Engagement erweitert den Horizont ungemein und gibt neue Denkanstöße, vor allem weil wir mit Behinderten gearbeitet haben. Es war überraschend, wie „normal“ sie mit uns umgegangen sind. Sie waren sehr hilfsbereit.
Welche Bedeutung hat diese Aktion für Sie und Ihre Kollegen?
Auf diese Weise stärken wir unseren regionalen Bezug, die Werkstätten sind ja unsere direkten Nachbarn. Die Aktion fand in der Gemeinde und beim Bürgermeister große Zustimmung. Generell sehen wir Nachhaltigkeit und Verantwortung nicht nur als Teil des Tagesgeschäfts, sondern auch als Beitrag für unsere Gesellschaft.
Können Sie sich vorstellen, erneut ehrenamtlich aktiv zu werden?
Auf jeden Fall. Ich bin schon über 30 Jahre in einem Verein aktiv und übe ein Ehrenamt aus. Im Falle einer Wiederholung bin ich sofort wieder dabei, denn dieses Engagement gibt mir sehr viel.
