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Kinder und Karriere – Familie und Frauen bei Coca-Cola in Deutschland
Frauen werden bei Coca-Cola in Deutschland besonders gefördert.
16 Frauen aus Führungspositionen sind zum ersten Treffen des Frauennetzwerkes in der Konzernzentrale von Coca-Cola in Deutschland gekommen. Nur die wenigsten haben Kinder, Josefine Hänsel ist eine von ihnen. Die Leiterin des Einkaufs der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG kann sich ein Leben ohne Familie nicht vorstellen – ein Leben ohne Job auch nicht.
„Natürlich ist in einem Alltag mit zwei Kindern und zwei berufstätigen Eltern viel Geschick gefragt, aber es funktioniert. Es ist eine Frage des persönlichen Zeitmanagements und der Toleranz des Arbeitgebers“, erklärt die 40-Jährige. Als Führungskraft und Mutter gesteht sie die Freiheiten, die sie sich selbst nehmen kann, auch ihren Mitarbeitern ohne weiteres zu. Ob Kinderkrankheiten oder Elternnachmittage in Kitas oder Schulen – es gibt viele Umstände, die Eltern mehr Flexibilität beim Arbeiten abverlangen. In der Abteilung von Josefine Hänsel gilt das Leistungsprinzip. „Und das beruht nicht auf Anwesenheit. Meine Leute haben einen Laptop und können zu Hause oder unterwegs arbeiten. Und wenn mal gar nichts geht, suchen wir gemeinsam eine Lösung.“
Erfahrungen wie diese tauscht die Managerin mit anderen Frauen aus, die ebenfalls bei Coca-Cola in Führungspositionen tätig sind. Bei regelmäßigen Treffen diskutieren sie, wie Frauen im Unternehmen noch besser gefördert werden können. Im Rahmen dieses Frauennetzwerks berichtet Josefine Hänsel auch von ihren Eindrücken im Ausland: So erzählt sie von einer internationalen Veranstaltung für Führungskräfte im Coca-Cola Hauptsitz Atlanta, wo sie Kollegen aus aller Welt traf – ein Drittel davon waren Frauen, die meisten hatten Kinder. „So viele Frauen und Mütter in leitenden Funktionen gibt es in Deutschland noch nicht, aber die Tendenz geht in diese Richtung. Es gibt viele Mitarbeiterinnen, die fachlich und sozial das Zeug für Führungspositionen haben – die müssen wir ermutigen, Verantwortung zu übernehmen und sich etwas zuzutrauen. Und wir müssen als Unternehmen signalisieren, dass der Wunsch nach Familienleben und Kindern einer Karriere keineswegs entgegensteht.“
Aus- und Weiterbildungen haben einen hohen Stellenwert.
Um die Zahl der weiblichen Führungskräfte im Management von Coca-Cola zu erhöhen, rief das Unternehmen im Jahr 2009 erstmals das Mentoring-Programm zur Förderung von Managementkompetenzen von Frauen ins Leben. Ein Jahr lang begleiten dabei Vertreter höherer Führungspositionen Mitarbeiterinnen aus unteren Managementebenen und anderen Bereichen. Sie beraten in Karrierefragen, unterstützen mit ihrem Erfahrungswissen und dienen auch als Vorbild. In Zukunft will auch Josefine Hänsel als Mentorin ihre Erfahrungen aus 15-jähriger Berufstätigkeit weitergeben. „Ich möchte Impulse von außen setzen und bei wichtigen beruflichen Entscheidungen zur Seite stehen.“
Dabei beschränkt sie sich übrigens nicht auf Frauen, sie würde beispielsweise auch männliche Trainees „unter ihre Fittiche nehmen“. „Frauen fördern ist das eine, aber in gleichem Maße müssen auch Männer die Möglichkeit haben, für ihre Familien und Kinder da zu sein. Die klassische Rollenverteilung, dass Männer bis nachts arbeiten und für sie Familie nur am Wochenende stattfindet, löst sich mehr und mehr auf – zum Glück.“
Koen Deryckere, Client Partner bei der Accenture GmbH, über Änderungsprozesse bei der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG.
Das Arbeitsumfeld der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG Mitarbeiter wird aktuell durch strategische Initiativen und internationale Projekte in großem Umfang modernisiert. Aus unserer Sicht steuert die Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG diese Veränderungen in sehr professioneller Weise mit umfassendem Change-Management-Ansatz, zielgruppenspezifischer Kommunikation sowie konsequenter Einbeziehung von Mitarbeitern aller Ebenen.
Frauen sollen sich trauen
Josefine Hänsel, Direktorin im Bereich Einkauf bei der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG, kennt das Gefühl, „allein unter Männern“ zu sein. Die Wirtschaftsingenieurin hatte schon während des Studiums mit Schwerpunkt Maschinenbau nur wenig weibliche Gesellschaft. Auch als sie bei Lufthansa Cargo und Roland Berger arbeitete, lernte sie im beruflichen Umfeld selten Frauen kennen. Dafür ihren Ehemann, mit dem Josefine Hänsel zwei Kinder hat.
Josefine Hänsel, Direktorin im Bereich Einkauf der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG
Sie arbeiten seit fünf Jahren bei der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG. Wie bringen Sie Familie und Karriere unter einen Hut?
Eigentlich sehr gut. Aber das ist in Berlin auch kein Problem, da die Stadt die notwendige Infrastruktur in puncto Kinderbetreuung bietet. Und ich nehme mir die Freiheit und gehe pünktlich, sofern keine Termine anstehen, und hole die Kinder aus dem Kindergarten ab. Dafür setze ich mich dann abends noch mal an den Laptop. Mein Mann ist zum Glück auch recht flexibel, so können wir uns gut aufteilen. Außerdem haben wir eine tolle Babysitterin, die die Kinder zur Musikschule bringt und auch für „einfach mal freie“ Nachmittage daheim abholt. Ein bisschen Organisation bleibt natürlich immer…
Welche Chancen haben Frauen bei Coca-Cola in Deutschland?
Mit den entsprechenden Qualifikationen haben Frauen gute Möglichkeiten, die Karriereleiter zu erklimmen. Diese Offenheit hängt vielleicht mit dem anglo-amerikanischen Ursprung des Unternehmens zusammen. In den USA ist die Förderung von Frauen schon viel weiter in die Tat umgesetzt, und mehr Führungspositionen sind weiblich besetzt. Grundsätzlich nehme ich bei Coca-Cola in Deutschland ein Gefühl des gleichberechtigten Miteinanders wahr – auch wenn wir manchmal vielleicht etwas kritischer beobachtet werden als Männer.
Was machen Frauen anders und was können sie von Männern lernen?
Auch wenn darüber oft gelacht wird, Frauen können meines Erachtens tatsächlich mehrere Dinge gleichzeitig erledigen. Sie stellen andere Fragen, sind unbequemer und zielstrebiger. Ihre kommunikativen Fähigkeiten beleben die Arbeit in einem Team. Von den Männern sollten sich Frauen die Kunst des Selbstmarketing abschauen. Sie sollten sich mehr ins Gespräch bringen und unnachgiebiger in ihren Forderungen sein.
Über die Einführung einer Frauenquote wurde viel diskutiert. Was halten Sie davon?
Generell sollte die geeignete Qualifikation über einen Job entscheiden. Um Frauen in Führungspositionen zu bringen, ist eine Quote sicher keine schöne Lösung, aber vielleicht muss der Druck erst einmal von oben kommen. Ich denke, dass Frauen in Vorständen und Führungspositionen dazu beitragen können, Vetternwirtschaft und Klüngelei zu vermeiden. Sie stellen mehr in Frage, sie sind verbindlicher. Das erhöht die Transparenz in der Unternehmensführung.
Was empfehlen Sie Frauen, die Karriere machen und Kinder bekommen wollen?
Sich einfach mehr zuzutrauen. Damit meine ich nicht mehr Arbeit, sie sollten vor allem mehr Zugeständnisse fordern – von Arbeitgeber und Partner. Familie und Arbeit lassen sich sehr wohl in Einklang bringen, und Frauen in den Führungsetagen tragen zur Vielfalt des Unternehmens Coca-Cola bei.